40 Jahre Würzburg macht Spaß Jubiläum 1986-2026 Jahresplan 2026

Festakt-Rede des 40. Gründungs-Jubiläums des Stadtmarketings "Würzburg macht Spaß" e.V. vom Gründungsmitglied Bernd Mars

06. Mai 2026

Von Bernd Mars verfasste Rede zum 40-Jahre-WümS-Jubiläums-Festakt am 30.4. 2026 im Wenzel-Saal des Würzburger Rathauses.    
 

Sehr geehrte Damen und Herren, geschätzte Freunde Würzburgs,Drei Männer bei einer Preisverleihung am Rednerpult, einer hält eine Auszeichnung in den Händen

 40 Jahre „Würzburg macht Spaß“ – das ist mehr als nur ein Vereinsjubiläum.  Es ist die Erfolgsgeschichte einer Vision.

 Wenn wir heute auf diese vier Jahrzehnte blicken, müssen wir eigentlich noch 20 Jahre weiter zurückschauen: ins das Jahr 1966.

Damals gründeten tatkräftige Kaufleute die „Parkgemeinschaft Würzburg“.  Ihr Ziel war damals herrlich pragmatisch:    Erreichbarkeit. 

Man wollte, dass der Kunde direkt vor der Tür parken kann.   Das Auto war der König, und der Parkplatz war sein Thron

Auch heute gilt: Eine gute Erreichbarkeit ist die Voraussetzung für eine positive Stadtentwicklung, durch die Gewinnung zusätzlicher Kaufkraft und Gewerbesteuer!

Aus diesen ersten Stadtmarketing-Aktivitäten der Parkgemeinschaft Würzburg,  ging dann später die Werbegemeinschaft Einkaufsstadt Würzburg hervor, die von Kurt Schlier von 1975 bis 1986 geleitet wurde.

Person im beigen Anzug vor deutschen und schweizerischen Flaggen bei einer Veranstaltung am 30.04.2026

Kurt Schlier und der Würzburger Geschäftsführer vom Bayerischen Einzelhandelsverband, Peter Collier,  haben sehr engagiert,  zusammen mit den Vorständen der  Werbegemeinschaft  Einkaufsstadt Würzburg und der anderen Straßenwerbegemeinschaften,  die Neugründung  von Würzburg macht Spaß,  geplant und erfolgreich durchführen können.

Wenn wir heute gemeinsam auf die Geschichte von „Würzburg macht Spaß“ blicken, dann sehen wir weit mehr als nur die Geburtsstunde eines Vereins im Jahr 1986.

Wir blicken zurück auf ein echtes Aufbruchsignal!

Damals, in den 80ern, war die Lage nicht einfach. Die Stadt war geprägt von kleinen Rivalitäten und negativen Prognosen!

Würzburger Straßenwerbegemeinschaften in der Kaiserstraße, am Dominikanerplatz und in der Augustinerstraße,  versuchten, sich auf eigene Faust zu profilieren – oft gegeneinander statt miteinander. 

Wir schmunzeln heute über die Geschichten von damals.  Über den „Lichter-Krieg“ an Weihnachten, als die Weihnachts-Straßen-Beleuchtung exakt an der Straßenecke endete, weil die Nachbarstraße ein anderes Modell bevorzugte.  

Oder die Zeit, als mancher Händler glaubte, die Welt ende am Ende seines eigenen Straßenzuges.                                                                                                           

Man erzählte sich: Wenn ein Kunde in der Kaiserstraße nach dem Weg zur Domstraße fragte, hieß es: „Domstraße?                                                                       Nie gehört, das muss in einer anderen Stadt liegen!“

Aber dieser leidenschaftliche Stolz auf die eigene Straße war auch ein Motor.  

Die wahre Größe der Würzburg macht Spass-Gründer lag darin, diesen Stolz zu bündeln. Sie erkannten: Ein Mosaik ist nur dann ein Kunstwerk, wenn die Steine zusammenhalten.  

1986 war das Jahr, in dem wir aufgehört haben, in Straßenzügen zu denken, und angefangen haben, unsere Stadt als Ganzes zu sehen. 

In dieser Situation gab Kurt Schlier und Peter Collier, auch zusammen mit engagierten Vermietern und den Spitzen der Stadtverwaltung, den entscheidenden Impuls. 

Sie erkannten: Die Regierungshauptstadt Unterfrankens und ein kulturelles Oberzentrum wie Würzburg, braucht eine völlig neue Dimension der Werbung.

Man entschied sich im Januar 1986 für einen mutigen Weg: 

Die verschiedenen Werbegemeinschaften begruben ihre Rivalitäten.  Männer der ersten Stunde wie Eberhard Wels, Günther Severin und Bernd Mars übernahmen Verantwortung: 

"Wir mussten lernen, dass die Konkurrenz nicht der Kollege in der nächsten Querstraße ist, sondern die grüne Wiese vor den Toren der Stadt."

Statt alte Strukturen mühsam zu flicken, schuf man etwas völlig Neues. Und man gab dem Kind einen Namen, der – wir erinnern uns – nicht ganz unumstritten war.  „Würzburg macht Spaß.“

Warum dieser Name?

Weil ein Slogan, an dem man sich reibt, im Gedächtnis bleibt!  Er war kurz, griffig und bewusst positiv.

Er sollte keine trockene Werbefloskel sein, sondern eine Einladung, die alles umarmt, was uns ausmacht: 

Ob das  Mozartfest Spaß macht,  das Stadt-Theater Spaß macht  oder der Einkaufsbummel –   der Slogan wurde zur gemeinsamen Klammer  für unser Lebensgefühl.

Doch hinter diesem Slogan steckte von Beginn an mehr als nur kommerzielles Kalkül.  Es ging um die Seele unserer Stadt.

Während anderswo das „seelenlose Einkaufen“ auf der grünen Wiese die Zentren entleerte, setzte unser Verein auf das Ambiente, die Atmosphäre und die Kultur.

Es war der Schulterschluss zwischen Handel, Gastronomie, Dienstleistung und Stadtverwaltung!

Symbolisiert durch ehrenamtliche Partner, wie die Inhaber und Geschäftsführer großer und kleiner Würzburger Handelshäuser.

Aber auch durch kreativ sehr engagierte Mitglieder des unter der Leitung von Bernd Mars erfolgreich tätigenWürzburg macht Spaß-Werbeausschusses, der sehr viele Stadtmarketing-Ideen entwickelte und umsetzte.

Werbeausschuss-Mitglieder, die von Anfang an mit am Tisch saßen waren:.

Kulturamtsleiter Gabriel Engert, der später der sehr langjährige und erfolgreiche Kultur- und Bildungsreferent der Stadt Ingolstadt wurde , 

Main-Post-Prokurist und Leiter der MP-Anzeigenabteilung,  Paul Zöller,

Kiliani-Festwirt und Veranstalter beim Residenzlauf, Landesgartenschau u.a., Peter Müller-Reichart,

Tourismusdirektor,  Dr. Peter Schreiber und sein Nachfolger  der damals Deutschlands jüngste Tourismusdirektor, Dr. Peter Öttinger sowie Hans-Joachim

Hermann,  Direktor des damals neu eröffneten Maritim-Hotels, welcher auch mit der Stadtverwaltung für die Belegung des Congress-Centrums zuständig war. 

Natürlich gab es Skeptiker: „Kann man so viele Interessen unter einen Hut bringen?“ 

Die Antwort lautet seit Jahrzehnten:     Ja, wenn man miteinander redet!

Denken wir an das erste Stadtfest 1988. Die Nervosität war riesig.

Der Inhaber eines großen Würzburger Handelshauses scherzte damals: „Wenn heute keiner kommt, stellen wir uns alle mit Einkaufstüten in die Fußgängerzone und tun so, als ob es voll wäre!“                                                                                                                                                                                                                 

Er musste sich keine Sorgen machen – die Würzburger und  Besucher aus dem Umland kamen in Scharen.

Der Förderverein wurde zu einem Ort der Kommunikation.                                                                                                                                                            

Wir haben das „Straßen-Gegeneinander“  früherer Tage durch gemeinsames Handeln ersetzt.  Wir haben erkannt, dass Würzburg als Ort der Begegnung unersetzbar ist.

Diese Begegnung braucht jedoch die richtige Mischung, den wir haben in Würzburg das Glück, dass unsere Stadt nicht „entmischt“ oder „kaputt-sortiert“ wurde und vor allem auch viele historische Sehenswürdigkeiten besitzt. 

 Damit das so bleibt, braucht es Verantwortung. Eine lebendige Stadt verträgt keine „toten Fassaden“ oder leere Schaufenster und muss für das Umland bestens erreichbar sein“.

Wir brauchen Vielfalt statt Monotonie – ein Appell, der heute aktueller ist denn je.

Manche mögen fragen: Ist das eine Art Bürgerinitiative?  Ich  sage: Ja, im besten Sinne!

Denn laut unserer Satzung, ist Würzburg macht Spaß kein exklusiver Zirkel.  Alle, denen das Wohl Würzburgs am Herzen liegt, können Teil unserer Bewegung werden.  Lassen Sie uns diesen Geist des Miteinanders bewahren.

Lassen Sie uns weiterhin Reibungsverluste minimieren und die Lebensqualität maximieren.  Wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen, dann ist „Würzburg macht Spaß“ nicht nur ein Slogan auf einem Plakat – sondern ein Versprechen für unsere Zukunft.

Denn eines müssen wir uns heute, in einer Zeit des rasanten Wandels, ganz deutlich machen: Eine lebendige Stadt ist kein Selbstläufer.

Wir leben im Zeitalter der Bequemlichkeit, in dem jeder Wunsch nur einen Mausklick entfernt scheint.                                                                                             

Doch dieser Klick im Internet wird uns niemals das Lächeln eines Gegenübers ersetzen, niemals das Klirren der Gläser auf dem Marktplatz, beim Brückenschoppen oder das besondere Licht in unseren Gassen. 

Online-Handel mag effizient sein, aber er schafft keine Heimat.   Er schafft keine Begegnungen.

Deshalb mein Appell an Sie alle:  Seien Sie nicht nur Bewohner dieser Stadt, sondern werden Sie zu ihren Gestaltern!

Jede Entscheidung, wo wir einkaufen, zum Essen gehen oder  Dienstleistungen vor  Ort erwarten,  wo wir unsere Freizeit verbringen und wo wir uns engagieren, ist eine  Stimme für die Zukunft unseres Würzburgs.

Lassen Sie uns gemeinsam dafür sorgen, dass das Herz dieser Stadt weiterhin laut schlägt. 

Wir haben es in der Hand, ob Würzburg auch in zehn, zwanzig oder fünfzig Jahren noch dieser wunderbare Ort ist, der uns allen so viel gibt.

Bewahren wir uns die Lust am Miteinander. Bewahren wir uns die Freude an der Vielfalt.

Denn am Ende ist es ganz einfach: Würzburg macht nur dann Spaß, wenn wir alle gemeinsam daran arbeiten.

In diesem Sinne, wünsche ich uns einen weiteren gelungenen 40-Jahre-Jubiläums-Festakt-Verlauf und unserem Stadtmarketing "Würzburg macht Spaß" e.V. noch viele Jahre erfolgreicher Stadtmarketing-Aktivitäten!

Danke für Ihre Aufmerksamkeit!